Konstrukt und Synthese am Archetyp

Über das Duale und die Gottheit

Wenn das Bewusstsein erwacht, befreit es sich von den Mythen. Die Moderne entdeckt das Unbewusste und macht es zur Schatzkammer. Der Glaube bleibt gebunden. Mit der Analyse und der Introspektion bleibt in der Interpretation von dem, was schon Abbild ist, nichts als eine leere Hülle. Viele Schulen, so sinnlos und beliebig, wie einst die Religionen, deren Götter allesamt gestorben sind.

Wenn niemand spricht, existiert die Sprache nicht

Bewusstsein ist ein Phänomen ähnlich der Sprache. Eine Tätigkeit, kein Ding. Bewusstsein hat keine räumliche und zeitliche Ausdehnung. Taucht Bewusstsein in diesem Kontext auf, wurde es verdinglicht. Man hört dann Aussagen wie: Bewusstsein habe einen zeitlosen Charakter und erstrecke sich über den ganzen Raum.

Vielleicht liegt es daran, dass wir es nicht anders gewohnt sind als von Objekten und Dingen zu sprechen.

Über den Glauben

Vorstellungen durchziehen den Geist und werden nicht abgeschafft – so bindest du ständig den potenziell freien Glauben. Glaube hat die Tendenz, sich mit irgendeiner Sache zu verbinden. Dabei ist es ihm egal, welche Vorstellung das ist. Und so kommen manchmal abenteuerliche Auffassungen zustande, an die jedoch mit großer Intensität geglaubt wird. Diese Vorstellungen determinieren ein ganzes System von Abläufen. Letztendlich konditioniert die Sprache, welche aus diesen Bildern erwächst, meine Realität, bzw mein Bewusstsein.

Glaube, gebunden und frei

Hoffnung, Vertrauen etc. sind Formen des Glaubens und binden. Was gemeinhin vermieden wird, sind Desillusionierung und Enttäuschung, obwohl hier die Menge an freiem Glauben ins Unermessliche steigen kann. Wenn der Glaube befreit wurde, stehen alle Türen offen.

Stille

Über das Wesen des Nicht – Assoziierens

Bilder von der einen oder anderen Sache werden gemacht, damit Vorstellungen entstehen. Diese Vorstellungen sind willkürlich und variieren von Zeit zu Zeit - auch von Region zu Region können sie ganz unterschiedlich sein. Chinesische Heilkunde ist nicht weniger wahr, als westliche Medizin - aber doch völlig anders. Ich assoziiere, also mache ich mir Vorstellungen, die nicht weniger wahr sind, als andere, aber auch gleichzeitig keine Notwendigkeit besitzen.

Über das ICH

Kein Entdecker kann für sich behaupten, je das „Ich“ gefunden zu haben. Es ist eine Idee, welche noch abstrakter ist, als der Gedanke an Gott.

Über das Begehren

Begehren – ein Zustand, in dem meine Fixierung auf ein Werkzeug gerichtet ist mit dem Wunsch, sich zu erschöpfen. Ähnlich des Zustandes der Sorge, der Liebe, des Zorns.
Nun nimm den Schmerz - von mir aus körperlichen - und fahre in der Analyse fort! Oder Niedergeschlagenheit, Enttäuschung – und befreie diese Zustände von ihrer Fixierung, aus der heraus du ihre Anwesenheit rechtfertigst. Was bleibt?
Der Wille, sich zu Verwirklichen, ist ein beständiger Strom. Das nenne ich Begehren.